Am letzten Freitag im März veranstaltete die Gemeindebücherei Rüdesheim mit dem Weingut Welker Emmerich wieder einen literarischen Abend. Diese Veranstaltungen sind mittlerweile eine Art Tradition geworden.

     

    Die Darstellerinnen Inge Volz und Elisabeth Linka luden zu einem bunten Strauss aus Musik und Poesie ein.

    Ihr Thema war der Frühlingszauber. Zu allen Zeiten war die Sehsucht nach dem Frühling groß: Sonne, Wärme, Blüten und frische Farben.

     

    Neues Wachsen und Werden in der Natur und im Herzen der Menschen.

    Hoffnung und Neubeginn, davon erzählen die Lieder und Texte. Gedichte sind poetische Zeitzeugen der Jahre und Jahrhunderte. Für Elisabeth Linka ist es dabei immer wieder erstaunlich, wie aktuell doch auch die alten Texte heute wieder sind.

     

    So beschreibt der Dichter Emmanuel Geibel im 19. Jahrhundert, was auch wir – gerade in diesem Jahr –  empfinden und erleben.

     

    Und dräut der Winter noch so sehr
    Mit trotzigen Gebärden,
    Und streut er Eis und Schnee umher,
    Es muß doch Frühling werden.

     

    Die Musikerin Inge Volz spielte selbstkomponierte und von ihr arrangierte Klavierstücke, sang Frühlingslieder und weckte auch Mitsingbegeisterung im schönen Pavillon des Weingutes.

    Ein Frühlingswalzer eröffnete das Programm. Abwechselnd von Inge Volz gesungen und von Elisabeth Linka zur Musik gesprochen erklang danach das Frühlingszauberlied von Luger Edelkötter.

    Um gemeinsam mit dem Publikum den Frühling zu begrüßen, stimmte Inge Volz ein afrikanisches Willkommenslied an und schnell füllte sich der Pavillon mit dem Gesang des Publikums. Weitere Möglichkeiten einzustimmen, gab es später auch beim Refrain „Der Frühling zieht nun ein“ aus einem Lied von Günther Kretzschmar.

    Mit „Forget the tears“, einer Melodie von Helmut Eisel, für Klavier arrangiert von Inge Volz, leiteten Klezmerklänge den zweiten Programmteil ein, der auch mit Klezmerklängen endete: einem Nigun, unter reger Mitwirkung des Publikums gesungen, und im Wechsel mit kurzen Texten, die Elisabeth Linka vortrug.

     

    Zum Ende zitierte Elisabeth Linka niemand Geringeren als Johann Wolfgang von Goethe mit:

    Ein Mädchen und ein Gläschen
    Wein kurieren alle Not;
    und wer nicht trinkt, und wer
    nicht küsst, der ist so gut wie tot.

    Die zahlreichen Gäste bedankte sich bei den Darstellern und forderte eine Zugabe. Bei einem guten Glas Wein spürten sie noch einmal dem Frühlingszauber nach und tatsächlich klopfte am nächsten Tag der Frühling zaghaft an.